Östermanns Blog

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Posts Tagged ‘Onlinejournalismus

„Original Reporting“ – traditioneller Journalismus stolpert auf dem Weg in die digitale Zukunft. Eine Studie über Philadelphia

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Einer der größten Stolpersteine auf dem Weg in die digitale Zukunft ist die traditionelle journalistische Kultur. Das stellt der amerikanische Journalistik-Professor C.W. Anderson in einer Studie über die Entwicklung des Lokaljournalismus in Philadelphia in den Jahren vor und nach der Jahrtausendwende fest.

„Traditional media failed to see the potential for collaboration with new digitally-focused entrants, and maintained that they were the only ones who could reliably fulfil the goal of informing the public about the news.”

„In particular, local journalism’s occupational self-image, its vision of itself as an autonomous workforce conducting original reporting on behalf of a unitary public, blocked the kind of cross-institutional collaboration that might have helped journalism thrive in an era of fractured communication.”

Die etablierten Medien beharrten auf ihrem klassischen Grundverständnis, dass

„traditional journalism had to consist only of reporting original news.“

“My research demonstrated that the practice of original reporting was far from being either pure or unproblematic. The kind of work that constituted “original reporting” seemed increasingly difficult for journalists to define.“

Die traditionellen Medien hatten es versäumt, ein News-Netzwerk aufzubauen:

„Developments in the local Philadelphia news ecosystem seemed to be creating a situation in which it made rational sense to ‘network the news’ through institutional collaboration, hypertext linking, and formal and informal partnerships [but] such collaboration and innovation not only did not occur; it seemed to be purposefully thwarted.”

via
http://paidcontent.org/

C.W. Anderson selbst ausführlicher über seine Studie bei http://www.niemanlab.org/

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27. Januar 2013 at 14:06

Redaktion und Technik in einem Team – Der neue Newsroom von ZEIT Online

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Unser bisheriger Newsroom in Berlin ist zu klein geworden. Der Umzug in den neuen, sehr viel größeren Newsroom erlaubt uns jetzt, weitere Kollegen von Hamburg nach Berlin zu holen, die Social-Media-Redakteurin und den Community-Redakteur am Newsdesk zu platzieren und die räumliche Trennung von Technik und Redaktion aufzulösen. Viele unserer erfolgreichsten Projekte entstehen ja nicht in Innovations-Jours-Fixes, sondern aus informellen Gesprächen im Newsroom, der Kantine, bei Zigarrettenpausen oder über einer Tasse Kaffee. Im neuen Newsroom werden einige Programmierer deshalb in unmittelbarer Nähe von Entwicklungsredaktion, Grafik, Politik-Ressort und Newsdesk sitzen. Damit ermöglichen wir viel mehr informellen Austausch. Um die unangenehmen Nebeneffekte eines Großraumbüros zu mildern, haben wir im neuen Newsroom auch mehr Ruhezellen, in die man sich bei Bedarf zurückziehen kann.

Wolfgang Blau in einem Interview mit Medium Online über die Integration von Technikern in den neuen Newsroom von ZEIT Online.

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6. Dezember 2012 at 22:17

Kurator – das neue Bild des Journalismus? – derstandard.at über Armin Wolf

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Wolf ist ein Verfechter der Professionalität. Recherche, Selektion von Informationen, die redaktionelle Aufbereitung und Publikation, beispielsweise bei den Wikileaks-Dokumenten, dafür brauche es Journalisten. Das beste Umfeld bieten „nur professionelle Medien, weil man dafür Ressourcen braucht“. „Journalismus ist ein Beruf, den man in professioneller Struktur anwendet“, erklärte Wolf. Dabei ist Bezahlung ein wichtiger Aspekt. Nach Kommunikationsforscher Denis McQuail ist Journalismus „paid writing for public media with reference to actual and ongoing events of public relevance“.

Das schreibt derstandard.at über eine Vorlesung des ZIP2-Anchorman Armin Wolf an der Universität Wien.

„Letztlich ist Kuratieren das, was auch Journalisten bieten müssen. Das Gatekeeper-Modell ist hinfällig geworden. Das heutige Bild des Journalismus ist das des Kurators“, sagte Wolf.

Eine Rolle spiele dabei nicht nur das Senden, sondern auch das Empfangen. Wolf bemüht Bert Brecht: „Rundfunk ist von einem Distributionsapparat in einen Kommunikationsapparat zu verwandeln.“

via derstandard.at

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10. Juni 2012 at 10:16

Veröffentlicht in Medien

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Vom „Frontalunterricht“ zum „offenen Seminar“: Journalismus 2.0 – netzwertig.com

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Das emanzipierte Publikum kann sich nicht nur seine Quellen fast beliebig zusammensuchen – zu unserem Schrecken hat es begonnen, selber zu publizieren.

Und während immer grössere Kreise der Gesellschaft unsere Artikel und Sendungen kommentieren, kritisieren oder korrigieren, halten ausgerechnet wir Journalisten uns aus dem Diskurs fast vollständig heraus – in der Meinung, durch Abstand unsere “Glaubwürdigkeit” erhalten zu können.

Das Gegenteil ist der Fall. Die Distanziertheit des Publikum und sein Schweigen hatte noch nie irgendwas mit Respekt vor uns als “Vierter Gewalt” zu tun, sondern nur mit dem Fehlen eines Rückkanals, der diesen Namen verdient.

Der ist jetzt verfügbar, und der Journalismus wandelt sich, wie Medienwissenschafter und Blogger Dan Gillmor sagt, vom Frontalunterricht zum offenen Seminar. Oder sollte sich wandeln – denn Bedingung ist, dass wir vom hohen Ross der Dozenten auf die angemessenere Rolle der Moderatoren umsatteln. Im Publikum haben sich schon immer mehr Experten zu einem Thema befunden, als das Rolodex eines Journalisten zu fassen vermochte. Eine öffentliche Diskussion mit ihnen zu führen, müsste das Ziel journalistischer Arbeit sein.
Ein erster Schritt wäre eine “Diskussionsspalte” zu jeder Online-Sendung und jedem Artikel – und eben nicht die “Kommentar-Rubrik”, in der man das Publikum unbeachtet seine Meinung absondern lässt. Das Forum muss gefördert, nicht erduldet werden.

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13. März 2010 at 14:21

Veröffentlicht in Medien, Web 2.0

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lab | Neue Medien, multimediale Projekte, Anwendungen und Darstellungsformen im Netz

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Steffen Leidel von dw-world zeichnet die ersten Stunden nach dem Erdbeben in Chile nach, wie der Informationsfluss im Internet anschwillt. Er wertet dies als Beispiel für die These von David Gelernter, der überzeugt ist, dass sich im Web die Struktur des Lifestream durchsetzen wird. Im Netz zähle nicht allein die Information, sondern auch ihre Geschwindigkeit und ihr Durchsatz. „Twitter ist ein tosender, imposanter Wasserfall – die Niagarafälle des Netzes“, so Gelernter.

Gerade bei “Breaking News” werden Informationen im Netz zu einem tosenden Wasserfall. Das konnte man am Wochenende wieder nach dem Erdbeben in Chile beobachten, als sich vor allem der (spanisch-sprachige) Twitter-Lifestream in einen reißenden Informationsstrom verwandelte. Auch wenn ein solcher Social-Media-Lifestream chaotisch wirkt, unterliegt ihm doch eine Struktur, die sich bei jedem großen Nachrichtenereignis wiederholt.

Wie sich dieser Strom in den ersten Stunden nach dem Erdbeben in Chile entwickelt hat, habe ich versucht, in dieser Präsentation nachzuzeichnen.

Ein spannender Einblick in den nur scheinbar chaotischen Informationsfluss nach „breaking news“.

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7. März 2010 at 12:31

Veröffentlicht in Medien, Web 2.0

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