Östermanns Blog

Medienwandel, Strategie, Unternehmensführung im Wandel, Komplexität, nächste Gesellschaft

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Die Tipping-Points der Digitalisierung — Medium

Die Fülle an neuen Technologien, die nach 2020 anwendungsreif werden, lässt erahnen, mit welchen Auswirkungen für die gesamte Gesellschaft zu rechnen ist. Es ist keineswegs übertrieben, wenn die epochalen Auswirkungen der Digitalisierung in ihrer Dimension mit der Erfindung des Buchdrucks verglichen werden. Holger Schmidt, netzoekonom.de, hat einige der Technologien, die vor der Anwendungsreife stehen, aufgelistet.

Schlechte Nachrichten für Menschen, die sich von der Digitalisierung heute schon überfordert fühlen: Ab 2020 werden die Tipping-Points für…

Quelle: Die Tipping-Points der Digitalisierung — Medium

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Written by Östermann

17. November 2015 at 14:00

Klimawandel und Green Economy haben LOHAS zum Megatrend gemacht

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Karmakonsum Trendmap 2000

Der gesunde und nachhaltige Lebensstil ist keineswegs ein kurzfristiger Konsumtrend, sondern ein langfristiger, gesellschaftlich wirksamer Megatrend.  Darauf weist Karmakonsum in einem Blog-Beitrag zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von LOHAS hin. Die Einschätzung stammt von Eike Wenzel, Institut für Trend- und Zukunftsforschung. Er zeigt am Beispiel des Lifestyle of Health and Sustainabiliy (LOHAS) auf, wie die „Leichtmatrosen der Trendforschung“ tiefgreifende Megatrends als kurzfristige Modetrends missdeuten. Wenzel stellt klar:

Der LOHAS-Trend ist als relativ begrenzter Konsumtrend gestartet und hat sich, bedingt durch Klima-wandel und Green Economy, zu einem der wichtigsten Veränderungsbewegungen in Wirtschaft und Gesellschaft der kommenden Jahre (2030+) ausgeformt. Ob wir ihn jetzt Nachhaltigkeit, Green Economy oder wie auch immer nennen – neben der Globalisierung und der Digitalisierung wird er der einfluss-reichste Megatrend und die größte Zukunftsherausforderung der kommenden Jahre sein.

Auf dem Weg zu dieser Feststellung steuert er  einige gute Hinweise für CEOs bei, die sich von den „Leichtmatrosen“ bei ihrer Arbeit mit Trends allzu schnell täuschen lassen.

Grundsätzlich sollte sich jeder bewusst machen, der sich entschließt, zur besseren Zukunftsaufstellung seines Unternehmens mit Trends zu arbeiten, dass Trends zunächst „nur“ gesellschaftliche Veränderungs-prozesse sind. Sie zeigen an, wenn sie gut erklärt und beobachtet sind, wo in Ökonomie und Gesellschaft Widerstände und Ungereimtheiten aufgetreten sind, wo es sozusagen Lebensknappheiten gibt, auf die bislang noch keine Lösungen gefunden worden sind. Einige dieser Trends lassen sich daraufhin zu Innovationen ausarbeiten oder begründen sogar einen neuen Markt, ändern unsere Konsumgepflogen-heiten etc.

Und noch ein – wie mir scheint – wichtiger Hinweis auf die Bedeutung von Sozialinnovationen:

Innovationen werden zu sehr mit technologischen Entwicklungssprüngen verknüpft. Noch nie war unsere Ökonomie so abhängig von Produktivitätssprüngen wie seit knapp 20 Jahren von denen in der Internet- und Computertechnologie. Es tritt dann die Spezialistenstarre, das verhängnisvolle Scheuklappendenken, mit einem Wort: die Stunde des Tunnelblicks des Ingenieurs ein. Begründung: Technologien lassen sich – auf den ersten – Blick leichter einschätzen als Bedürfnisse und Lebensstilveränderungen. Es erblühen jedoch keine Wachstumsmärkte – das ist jetzt ganz wichtig – ohne ein klares Verständnis von den Bedürfniskonstellationen der Menschen.

Übrigens, die oben abgebildete Trendmap gibt es bei Karmakonsum auch in einer druckfähigen Version.

Written by Östermann

10. Januar 2015 at 14:18

Digital Ethics: Technologie kennt keine Ethik – Gerd Leonhard bei TEDxBrussels

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Wo findet die gesellschaftliche Debatte über die Ethik der nächsten Gesellschaft statt? Diese Frage drängt sich auf, wenn man den Beitrag von Gerd Leonhard auf der TEDxBrussels auf sich wirken lässt. Die gesellschaftlichen Verhältnisse werden durch die technologischen Möglichkeiten grundlegend umgewälzt. Die Dringlichkeit einer grundlegenden Debatte ist unübersehbar, wenn man sich dem mulmigen Gefühl aussetzt, das die Aussichten auf die technischen Möglichkeiten der nahen Zukunft auslösen. Denn: Technologie kennt keine Ethik. Aber praktisch alle Entwicklungen der nächsten Jahre werden von unserer Ethik abhängen, betont Leonhard.

Leonhard zitiert z.B. einen Bericht aus der New York Times über das Team, das bei Facebook den Algorithmus für den News-Feed baut. Diese wenigen Menschen prägen den  Informationszugang von Abermillionen Menschen weltweit. „What are their ethics?“ fragt Leonhard.

Almost every decision about technology usage now has ethical implications.

Der Mensch kommt mit der exponentiellen Entwicklung der Technologie, die er losgetreten hat, nicht klar.

We are not exponential. So you can safely say: The power of technology has already surpassed the scope of our ethics. Whatever your ethics may be.

Technologie und Mensch scheinen sich immer mehr zu verbinden. Bisher allenfalls Science Fiction, drängt sich mittlerweile die Frage auf:

Should humans themselves become technology? […]

Almost everything, that can be digitized or automated, will be digitized. Music, films, health record, banking … So what will happen to serendipity, chance, mistakes, inefficiency, playfulness?

Leonhard betont besonders die Gefahren der Künstlichen Intelligenz. Elon Musk von Tesla schätzt sie höher ein als die Gefahren der Kernkraft. Es droht ein neuer Rüstungswettlauf um Daten und Künstliche Intelligenz. Experten erwarten, dass in der Zukunft bis zu 50% der Rüstungsaufgaben dafür ausgegeben werden.

Es geht nicht mehr um die Frage, ob oder wie wir etwas tun können. Wir können es!

We can solve climate change? The answer is: Yes.

Die neue Frage heisst: Warum? Und wer? Und wie? Und wann? Wie können wir Technologie und Menschlichkeit miteinander in Einklang bringen?

We need a balance. We need some kind of balance that says: Ok, we need to pursue humanness and to use technology. So, allowing inefficiency, driving efficiency.

Bei der Diskussion über Google in Europa geht es, so Leonhard, genau um diese Balance. Der erste Schritt: unsere Angst überwinden. Aber wie?

Einen Beitrag dazu können die Medien leisten, wenn sie beschreiben, was in den Technologielaboren der Welt entsteht, und wenn sie über die Menschen berichten, die die Initiative ergreifen, um gesellschaftliche Probleme ganz konkret anzugehen.

Zwei Beispiele: Der SWR2 Essay „Ewig leben – wie, wer und wozu?“ geht näher auf den Transhumanismus von Ray Kurzweil ein. Freilich hinterlässt auch dieser Beitrag erstmal ein Gefühl der Ratlosigkeit. (Hier ist der SWR2 Essay zum Download und Nachlesen.)

In einem SWR2-Interview mit Felix Oldenburg geht es um Ashoka, einer Non-Profit-Organisation für Sozialunternehmertum (social entrepreneurship). Die Organisation will einen Markt für soziale Projekte aufbauen. Sie fördert Initiativen von Menschen, die in Eigeninitiative ein gesellschaftliches Problem unternehmerisch lösen wollen. Einer dieser Sozialunternehmer ist Kailash Satyarthi. Er hat für seinen Kampf gegen Kindersklaverei in diesem Jahr den Friedensnobelpreis erhalten.

Written by Östermann

13. Dezember 2014 at 19:20

Die Geschichte der Kommunikation – von Trommeln zu WhatsApp

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Exponentielle Wachstumskurven sind für Menschen schwer zu begreifen.

friedschroeder

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Written by Östermann

28. Februar 2014 at 23:41

Veröffentlicht in Technologie, Web 2.0, Zukunft

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„Music like water“ – Can Europe create a new digital music ecosystem? – Gerd Leonhard

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Wo der Buchdruck noch auf Verbreitung setzt, rechnen die Computer bereits mit Resonanzen.

so Dirk Baecker in der ersten seiner 22 Thesen zur nächsten Gesellschaft. Ein Beispiel für diesen grundlegenden Wandel der Verhältnisse im Netz schilderte Gerd Leonhard im November 2013 auf einer Tagung in Stockholm am Beispiel der Musik.

Ich versuche mal, seine Botschaften in aller Kürze zusammenzufassen. Er geht von einem grundlegenden Medienwandel aus:

All Media is shifting from protection to engagement.

In der Musikindustrie sieht das etwa so aus.

  • Die Digitalisierung der Musik ist abgeschlossen. Alle Musik ist im Netz verfügbar. Die Distribution kostet nichts mehr. Aufmerksamkeit und Marke sind die neuen Knappheiten.
  • Die Musikindustrie ist immer noch auf ihre alte Rolle, Verteilung von Musik gegen Geld, fixiert. Aber auch neue Geschäftsmodelle wie iTunes und Spotify lösen das Problem nicht.
  • Musik nach dem Muster von iTunes in Einzelstücken zu verkaufen, funktioniert nicht, weil – anders als bei Filmen – die Nutzer kleinteilige Musiktitel nicht einzeln, sondern gebündelt hören. Deshalb der überwältigende Erfolg des Streaming. Dagegen ist der Verkauf von Musik-Downloads auf vergleichsweise niedrigem Niveau rückläufig.
  • Musik im Abonnement zu verkaufen, wie es Spotify versucht, wird auch nicht gelingen, weil es zu teuer ist und viel zu viele Nutzer ausschließt. Musik wollen alle. Jederzeit. „Music like water“.
  • Musik muss praktisch kostenfrei erhältlich sein. Dafür gilt es, die Rechtsgrundlagen in Europa zu ändern und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.
  • Grundlage solcher Geschäftsmodelle sind die neuen Knappheiten: Aufmerksamkeit, Marke, Relevanz, Kontext, Zeitnähe, Persönlichkeiten.
  • Es gibt seit jeher ein Geschäftsmodell, das geübt ist, mit diesen Faktoren umzugehen: das Radio.

Wie lassen sich die Zugangshindernisse für die Nutzer abbauen? Leonhard zitiert Buckminster Fuller:

You never change things by fighting the existing reality. Build a new model, that makes the existing model obsolet.

Er plädiert für eine EU-weite Lösung des strukturellen Problems. Heute gilt: Copying = Listening. Das Kopieren ist ein rein technischer Vorgang. Wenn Menschen Musik hören, kopieren die Rechner im Hintergrund. Deshalb gehe es heute um

licensing access, not copies.

Leonhard verweist auf eine Rede des Netflix-Managers Kevin Spacey, der auf den Erfolg von „House of Cards“ verweist und meint: „Der Konsument will die Kontrolle.“

And through this new form of distribution, we have demonstrated that we have learned the lesson that the music industry didn’t learn: give people what they want, when they want it, in the form they want it in, at a reasonable price and they’ll more likely pay for it rather than steal it.

Europa steht vor der großen Herausforderung, für ein neues Verständnis des Zusammenspiels der Akteure die Grundlagen zu schaffen. Gerd Leonhard fragt:

Can Europe create a new digital music ecosystem?

Wir werden sehen.

Übrigens plädiert auch Peter Kruse in einem Interview mit dem Blog „The Narrative“ für grundlegend neue Prinzipien des Urheberrechts:

Die innere Logik der Netze spricht gegen das Prinzip der Paywall. Im Internet verursacht jede Zugangsbeschränkung ein intensives Störgefühl. Hinter einer Paywall haben sie nur eine Existenzchance, wenn sie eine enorme Attraktivität aufbauen. Das gelingt mit Pornographie deutlich leichter als mit weniger „reizvollen“ Informationen. Die gute alte Zeit vor dem Internet wird aber auch dann nicht zurückkommen, wenn der sich andeutende Umschwung von Resonanz auf Relevanz tatsächlich stattfindet. Wir müssen uns dringend in der Gesellschaft Gedanken darüber machen, welche Bezahlprinzipien und welches Urheberrecht Geschäftsmodelle ermöglichen, die Qualität und Auskommen sichern. Momentan gibt es dafür noch keine wirklich überzeugenden Lösungen.

Written by Östermann

18. Januar 2014 at 14:55

Eine Landkarte für eine programmierbare Welt – iftf #megatrends

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Eine Landkarte für eine programmierbare Welt - iftf #megatrends

Die rasanten Fortschritte der Computertechnologie schüren den Eindruck, als sei die Welt auf allen drei Ebenen „programmierbar“, auf der Ebene des Selbst, der Gesellschaft und der Umwelt.

Der RAND-Ableger iftf (Institute for the Future) hat dazu eine Landkarte entwickelt, die Zusammenhänge und Wechselwirkungen von Megatrends und technologischen Entwicklungen aus der Brille einer programmierbaren Welt darstellt.

Die Autoren der Landkarte warnen selber:

The computational lens brings with it a set of assumptions and potential
pitfalls that we need to keep in mind lest we misuse tools we have barely begun to learn.

Written by Östermann

12. Oktober 2013 at 18:08

Veröffentlicht in Gesellschaft, Innovation, Technologie, Zukunft

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Die wichtigsten Megatrends – Z-Punkt

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Zur Bedeutung der Arbeit mit Megatrends in der unübersichtlichen Welt siehe auch Megatrends – Pläne für eine unplanbare Welt

Written by Östermann

5. Januar 2013 at 16:53

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