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Manifeste (11): Future Public Media

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Wie müssen öffentlich-rechtliche Medienhäuser heute aufgebaut und organisiert sein, damit sie der digitalen Realität gerecht werden?

Dieser Frage nähert sich Konrad Weber, Journalist und Verantwortlicher für die Digitalstrategie beim SRF, gemeinsam mit einer Gruppe von Medienschaffenden in einem Manifest zum Wandel der öffentlich-rechtlichen Medien .

Das Manifest beschreibt die Herausforderungen treffend, mit denen sich die öffentlich-rechtlichen Medien in der digitalen Transformation der Gesellschaft auseinander setzen müssen. Das Dilemma wird deutlich. Die öffentlich-rechtlichen Medien haben in den vergangenen Jahrzehnten Strukturen aufgebaut, die eine sichere und zuverlässige Berichterstattung für breite Bevölkerungsschichten ermöglicht haben. Diese Strukturen zu ändern, gefährdet die Versorgung mit linearen Medienangeboten. Sie aufrecht zu erhalten, gefährdet die Zukunftsfähigkeit der öffentlich-rechtlichen Medien. Die Mittel sind an lineare Angebots- und Verbreitungsformen gebunden. Deren Nutzung geht derzeit erst langsam zurück, wird jedoch, so lehrt die Erfahrung mit der Marktdurchdringung digitaler Technologien, eines Tages abrupt einbrechen. Für Innovationen, für den Aufbau von Medienangeboten, die der Nutzung in der digitalen Welt entsprechen, stehen zu wenige Ressourcen und zu wenig Aufmerksamkeit in den Medienhäusern zur Verfügung.

Die Autoren zeigen sich durchaus bewusst, dass es die öffentlich-rechtlichen Medien mit einer tiefgreifenden Transformation zu tun haben, die das Verhältnis zum Publikum oder zum Bürger verändert. Sie beziehen sich auf den New Yorker Journalismus-Professors Jay Rosen. Er versucht, öffentlich-rechtliche Medien neu zu denken und appelliert: „Öffentlich-rechtliche Medien müssen endlich lernen, genau so gut zuhören wie senden zu können.“

Das Manifest (hier der Link zur pdf-Version) versucht, einen Weg aus dieser Zwickmühle zumindest anzudeuten. Es umfasst 15 Leitsätze.

Wir als öffentlich-rechtliche Medien

1. fördern die demokratische Meinungsbildung und die kulturelle Vielfalt und erfüllen so unseren verfassungsmässigen Auftrag.

2. sind uns der Verantwortung bewusst, die uns durch die öffentliche Finanzierung zukommt und sorgen für grösstmögliche Effektivität.

3. lassen uns bei der Themensetzung vom öffentlichen Interesse leiten und können / müssen Themen bearbeiten, die in den privaten Medien zu kurz kommen.

4. stehen für zuverlässigen, fairen und ausgewogenen Journalismus und richten unser Tun auf Impact und nicht auf Reichweite aus.

5. verstehen unser Angebot als Dienst an der Gesellschaft und unsere Produkte als Allgemeingut und erfüllen damit eine andere Aufgabe als private Verleger.

6. nehmen bei der Wahl der Distributionskanäle unser breites Publikum und die unterschiedlichen und sich verändernden Bedürfnisse ernst und sorgen so für eine hohe Bindung an die Marke.

7. suchen laufend nach neuen Wegen, um möglichst viele Menschen zu erreichen und nehmen so unsere Aufgabe wahr, für eine breite Öffentlichkeit da zu sein.

8. beziehen unser Publikum aktiv ein und nutzen die Möglichkeiten, die eine Teilhabe mit sich bringt.

9. verstehen Verbesserung als Prozess, der nie fertig ist und können so den Wert unserer Angebote und Produkte kontinuierlich steigern.

10. messen und hinterfragen bestehende Angebote und Produkte quantitativ und qualitativ und stellen so sicher, dass Defizite so schnell wie möglich entdeckt und behoben werden.

11. sind transparent, machen die Messgrössen sowie daraus abgeleiteten Erkenntnisse öffentlich und machen Entscheidungen nachvollziehbar.

12. nutzen technologische Entwicklungen in der Produktion und in der Distribution und schöpfen so das technologische Potenzial aus, das die Kosten senken und die Qualität verbessern kann.

13. treiben die technologische Entwicklung in der Medienbranche selber aktiv voran und leisten so einen eigenen Beitrag zur besseren Versorgung der Bevölkerung mit Medieninhalten.

14. sorgen für geeignete Organisationsformen und Prozesse und garantieren damit, dass Ressourcen so effizient wie möglich eingesetzt werden, sowie einen transparenten Informationsfluss innerhalb und ausserhalb der Organisation und legen damit die Grundlage dafür, dass informierte Entscheidungen gefällt und vermittelt werden können.

15. wissen, dass Medien nur so gut sein können wie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und sorgen deshalb für geeignete Bedingungen, damit wir ein attraktiver Arbeitgeber sind.

2019 futurepublic.media – CC BY SA

Das sind alles Sätze, denen in ihrer Allgemeinheit sowohl die Bürger als Mediennutzer, als auch viele Medienschaffende gerne zustimmen werden. Fraglich scheint jedoch, wie sie einen Weg aus dem Dilemma weisen wollen. Ein Problem liegt im widersprüchlichen Umgang mit der Messbarkeit. Einerseits wird proklamiert, das mediale Schaffen auf Wirkung (Impact) und nicht auf Reichweite auszurichten. Andererseits kann das Manifest einer Messbarkeitsgläubigkeit Vorschub leisten. Wo es jedoch um Qualitäten, um Wirkung – sowohl bei den einzelnen Bürgerinnen und Bürgern, als auch in der Gesellschaft – geht, sind weder widerspruchsfreie Kriterien noch eindeutige Messgrößen denkbar. Die Versuche, die Wirkung journalistischer Recherchen zu messen, sollen damit nicht geschmälert werden. In Deutschland gibt es hier noch deutlich Nachholbedarf.

Während US-Medien und Rechercheinitiativen teilweise eigene Impact-Analysten oder Impact-Redakteure beschäftigen, die die Erfolgsmessung im Blick haben und auswerten, existiert solch eine Kultur in Deutschland noch nicht. Selbst die Süddeutsche Zeitung erfasst den Einfluss der „Panama Papers“ bisher nicht systematisch – obwohl er der größte journalistische Coup der Zeitung ist und ein gutes Beispiel dafür, was Journalismus bewirken kann.

https://www.journalist-magazin.de/hintergrund/wie-misst-man-journalistischen-erfolg

Diese Art der Erfolgsmessung reicht jedoch nicht aus, um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in der digitalen Welt zu etablieren. Vielmehr kommt es darauf an, wie ein konstruktiver Dialog über die Bewertung der Qualitäten gestaltet werden kann. Das Beispiel der Recherche-Organisation Correctiv zeigt, worauf es mindestens genau so ankommt.

Das Publikum wird in die Recherchen involviert. 3.000 Mitglieder bilden die Community und finanzieren Recherchen mit, Bürger werden aber auch zum Teil von Recherchen.

https://www.journalist-magazin.de/hintergrund/wie-misst-man-journalistischen-erfolg

„Strukturen bewirken, dass … Medien überall, aber überall nur spezifisch eingesetzt werden können“, so Baecker. Über die Veränderung dieser Strukturen erfahren wir in diesem Manifest so gut wie nichts. Das ist aber gemeint, wenn von digitaler Transformation die Rede ist.

Jeff Jarvis deutet an, was von einem Journalismus in der digitalen Zukunft zu erwarten sei. Er möge sich in die gesellschaftliche Konversation einbringen.

Journalism is that conversation. Democracy is that conversation.

https://medium.com/whither-news/journalism-is-the-conversation-the-conversation-is-journalism-22a8c631e952

Er stellt sich vor, wie eine Zeitung funktioniert, nachdem die gedruckte Ausgabe mangels Nachfrage eingestellt worden ist.

We cannot still shovel our old product — content — into this new reality and think we will find new ways to support what we used to do. We must reconceive of media and journalism as a service, not a product.

Jarvis weist auf eine besondere Fähigkeit hin, die es einzuüben gilt: zuhören. Drei Begriffe führt er ins Feld, an denen entlang sich diese Übung orientieren kann: Communities, Interessen und Use Cases.

And, to be fair, until recently we did not have all the means we now have to listen to the public we serve. But now we do have many ways to listen before we decide how to serve a community. We need to work on that skill. Start with the community, not the content.

Wenn Jarvis für einen Journalismus plädiert, dessen Produkt nicht mehr Content ist, dann wirft das für überzeugte Journalisten identitätsgefährdende Fragen auf. Was ist dann das Produkt? Zum Produkt wird die Begegnung, die das News-Angebot in der Community oder bei der Nutzerin auslöst.

Content becomes a tool for what someone else wants to do. How do we bring journalism to people’s conversations wherever and whenever they occur?

Für viele Journalisten dürfte das starker Tobak sein. Ähnlich kündigt sich jedoch auch Heidi.news an.

A l’heure où l’information abonde, où chacun peut la produire et la diffuser, les journalistes doivent descendre de leur piédestal et reprendre leur vraie mission: chercher la vérité, servir les citoyennes et citoyens, engager le dialogue, partir sur le terrain.

a post-content, relationship-based strategy for the future of journalism. It starts with listening.

https://medium.com/whither-news/journalism-is-the-conversation-the-conversation-is-journalism-22a8c631e952

Dirk Baecker hat kürzlich darauf hingewiesen, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk gezwungen sei, von Auftrag auf Ungewissheit umzustellen.

Die Umstellung von „Auftrag“ auf „Ungewissheit“ bedeutet, dass Ziele und Mittel laufend neu bestimmt werden müssen. Sie können nur laufend neu bestimmt werden, wenn sich die Organisation intern und extern in einer dauernden Abstimmung mit Mitarbeitern, Publikum und Aufsichtsorganen befindet. Diese Abstimmung ist mühsam, doch ist sie zugleich die Voraussetzung dafür, dass Themen, Stile, Tonfälle und Zuspitzungen sowohl ausprobiert als auch geändert werden können.

https://dokublog.de/a/vom-auftrag-zur-ungewissheit-2

III

Und noch ein Manifest zur Nachhaltigkeit der Information.

Wir reflektieren ruhig und ohne Agenda.
Wir übernehmen Verantwortung für die andere Meinung.
Wir haben genau null Toleranz für „hate“.
Wir feiern Pioniere, Lösungen und Menschlichkeit.
Wir sind inhaltlich illoyal und misstrauen unserer Filterblase.
Wir pflegen unsere eigenen, unabhängigen Vertriebskanäle.
Wir bemühen uns darum, eine diverse Redaktion aufzubauen.

Quelle: piqd.de

Auch piqd will Teil der Bewegung hin zu einem nachhaltigen Medienkonsum sein.

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Written by Östermann

10. April 2019 at 18:03

TV vs. Digital Media: Traffic isn’t an Audience

Der Journalist Michael Wolff erläutert im Interview mit strategy+business, weshalb sich das TV gegen die digitalen Medien so gut behaupten kann. Hier in aller Kürze die wichtigsten Gründe:

  • Klassisches TV kann Werbung zielgenauer platzieren.
  • Es kann, anders als die Medien im Web, Exklusivität für seine Inhalte erzeugen.
  • Facebook und Co. sind von der Technologie getrieben.  Sie interessieren sich für Funktionalität, nicht für Content. TV „is a people business“.
  • Digitale Medien wie Vox und Buzzfeed glauben, sie könnten allein mit Traffic Geld verdienen. „But traffic isn’t an audience.“ Sie werden dazu übergehen, eigenen Content zu produzieren.

Lesenswert. Quelle: The Surprising Endurance of the Boob Tube

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15. September 2015 at 21:45

Jeff Dunham-Show statt „Wetten, dass“

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Ranga Yogeshwar hat sich schon 2009 mit einem Weckruf zum beispiellosen Tempo der Digitalisierung und des Medienwandels zu Wort gemeldet.

ichsagmal.com

Jedermann-TV beim StreamCamp in Köln Jedermann-TV beim StreamCamp in Köln

Ich möchte jetzt eigentlich gar nicht so viel über die Absetzung der ZDF-Show „Wetten, dass“ schreiben. Da sind Blogger wie Richard Gutjahr viel besser im Thema. Beim Durchwühlen meines digitalen Archivs stieß ich aber auf Ausführungen des TV-Journalisten Ranga Yogeshwar, die er vor einigen Jahren beim Fachkongress in Nürnberg machte und die zum Niedergang von klassischen TV-Formaten sehr gut passen.

„Mit meinem neuen iPhone habe ich das Rechenzentrum meiner Studienzeit in der Hosentasche. Mit der WDR-Sendung Quarks & Co erreichen wir rund 500.000 Podcast-Downloads im Monat. Hier erreichen wir Größenordnungen, wo wir im normalen TV-Programm als öffentlich-rechtliche Anbieter zwar sehr viele jungen Menschen verlieren, aber durch die Hintertür im Internet wieder zurückgewinnen. Das zeigt sehr deutlich, mit welchem Tempo der Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft verläuft. Wenn Sie das Gefühl haben, es ging in den vergangenen Jahren schnell, dann legen Sie den Gurt an: Es…

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7. April 2014 at 20:12

Veröffentlicht in Medien, Technologie, Web 2.0

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Was steckt in der Streaming-Wundertüte? – Battle 2014: Vom Tod des Dalli-Dalli-Fernsehens #streaming

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Was in der Streaming-Wundertüte steckt, wissen wir noch nicht. Aber wir können schon mal fühlen, was sich drin verbergen könnte. Der Blogger Gunnar Sohn hat es versucht und meint:

Selbst für bewegte Bilder, die live übertragen werden, steht das Handwerkszeug für den digitalen Autodidakten bereit, der heute ohne Ü-Wagen, ohne Ausbildung zum Kameramann oder zur Kamerafrau und ohne schweres technisches Gerät Fernsehen machen kann. Zu jeder Zeit, an jedem Ort. Streaming-Dienste wie Hangout on Air sind die technische Basis für Jedermann-TV.

Mehr dazu s. Battle 2014: Vom Tod des Dalli-Dalli-Fernsehens – Jeder ist sein eigener Programmdirektor.

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17. Januar 2014 at 23:02

Veröffentlicht in Medien, Zukunft

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YouTube & Vimeo: Web-Video ist das neue Lagerfeuer

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Es ist wohl an der Zeit, sich Youtube etwas genauer anzusehen. Denn: „Es gibt Inhalte zum Lachen, Weinen, Träumen, Lernen, Zusehen und Zuhören. Dort werden wieder Geschichten erzählt.“

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26. Mai 2013 at 20:47

Veröffentlicht in Medien, Web 2.0

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Youtube – Das Fernsehen der Zukunft?

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In einem Beitrag für NDR Info beschreibt Wolfgang Stufflesser, wie Youtube das Fernsehen neu erfindet. Im Youtube Creator Space können sich Video-Blogger und junge Filmemacher aus aller Welt ausprobieren.

Und was macht nun das Fernsehen der Zukunft aus? Da hat jeder hier seine eigenen Ideen. Aber sie richten sich meist an ein sehr spezielles Publikum, weniger an die große Masse wie beim klassischen Fernsehen.

Und: Die Kreativen sehen sich erstaunlicherweise nicht als Konkurrenten an, sondern schieben sich gegenseitig ihr Publikum zu. Deshalb hat sich etwa der Sänger Peter Hollens mit dem Musical-Komponisten Tony zusammengetan. „Er macht Musicals, und mein Publikum hört gerne gute, gesungene Musik. Wenn wir was zusammen machen, bekommt er meine Abonnenten und ich seine – darum sind wir schließlich hier“, sagt Hollens. Konkurrenz, das sei eine Sache der Vergangenheit, sagt Comedian Eric Schwartz: „Früher gab es nur eine begrenzte Anzahl an Fernsehkanälen. Bei YouTube gibt es unendlich viele. Und das Publikum ist groß genug, um alle unsere Kanäle erfolgreicher zu machen.“

Ist Konkurrenz wirklich eine Sache der Vergangenheit? Kaum anzunehmen. Die praktisch unbegrenzte Verfügbarkeit der Kanäle hat jedoch die Spielregeln des Fernsehens radikal verändert. Der Wettbewerb der Video-Blogger ist riesig. Wer Aufmerksamkeit erreichen möchte, muss seine Kräfte bündeln. Das geht – jedenfalls in dieser Pionierphase – nur durch Kooperation. Die Knappheit besteht heute im Zugang zu Kanälen. Da scheint es im Moment nur einen „Kanal“ zu geben, der den Zugang zu den Kanälen kontrolliert – und der heisst Youtube.

Der Generation Y, für die das Experimentieren zum Lebensstil geworden ist, fällt es jedoch wesentlich leichter, zwischen Konkurrenz und Kooperation zu wechseln.

Youtube bindet junge Talente an sich, indem es Gelegenheiten schafft, sich auszuprobieren und sich zu professionalisieren. So professionalisiert sich Youtube selbst als globaler Player auf dem Feld, das früher „Fernsehen“ hieß.

Written by Östermann

12. April 2013 at 19:50

Veröffentlicht in Bildung, Innovation, Medien, Zukunft

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Netflix produziert Serien direkt für’s Netz – ein Wendepunkt?

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»Unserer Meinung nach werden die Menschen in den nächsten Jahren, wenn das Internetfernsehen gewachsen ist, zurückschauen und feststellen, dass das der Wendepunkt war«.

So zitiert DIE ZEIT den Netflix-Vorstand Reed Hastings. Die amerikanische Online-Videothek Netflix hat mit „House of Cards“ eine aufwändig produzierte Serie im Internet verbreitet und geht dabei ganz neue Wege.

DIE ZEIT weiter: „Von House of Cards wurden gleich zwei Staffeln in Auftrag gegeben – normalerweise bestellen Fernsehsender etwa sechs Folgen einer Serie. Erst bei Erfolg wird weiterverhandelt. Auch die Entscheidung, eine ganze Staffel an einem Tag online zu stellen, widerspricht der klassischen Fernseh-Logik, den Zuschauer jede Woche zurück zum Programm zu locken. Beide Schritte wurden deshalb von Analysten als unnötiges Risiko bezeichnet. Netflix kalkuliert anders: Erfolg im Fernsehen sei nicht gleich Erfolg im Internet. Schlechte Einschaltquoten können viele Gründe haben – die Sendezeit, die direkte Konkurrenz, das Wetter. Im Netz hingegen können Serien langsam, über Jahre hinweg, eine Fangemeinde anziehen.“

Die Geschichte erinnert sehr an das Phänomen disruptiver Innovationen. Die klassischen TV-Sender sind so in ihren alternden TV-Strukturen gefangen, dass ihnen schlicht die Energie und Phantasie fehlt, um mit den unterschätzten Wettbewerbern aus dem Netz mitzuhalten.

Netflix, so DIE ZEIT in einem weiteren Artikel,  „weiß besser über das Sehverhalten seiner Zuschauer Bescheid als jeder TV-Sender: Jede Suchanfrage, jede Bewertung, jede gestreamte Minute wird ausgewertet.“

Written by Östermann

15. Februar 2013 at 22:51

Veröffentlicht in Innovation, Medien, Web 2.0

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