Östermanns Blog

Medienwandel, Unternehmensführung im Wandel, Strategie, Digitale Transformation, Komplexität, nächste Gesellschaft

Archive for the ‘Spiritualität’ Category

Der Mensch ist in der Zeit – ein Gedicht zum Jahresabschluss

leave a comment »

IMG_3644

Gedancken über der Zeit
 
Ihr lebet in der Zeit und kennt doch keine Zeit;
so wißt, ihr Menschen, nicht von und in was ihr seid.
Diß wißt ihr, daß ihr seid in einer Zeit geboren
und daß ihr werdet auch in einer Zeit verloren.
Was aber war die Zeit, die euch in sich gebracht?
Und was wird diese sein, die euch zu nichts mehr macht?
Die Zeit ist was und nichts, der Mensch in gleichem Falle,
doch was dasselbe was und nichts sei, zweifeln alle.
Die Zeit, die stirbt in sich und zeugt sich auch aus sich.
Diß kömmt aus mir und dir, von dem du bist und ich.
Der Mensch ist in der Zeit; sie ist in ihm ingleichen,
doch aber muß der Mensch, wenn sie noch bleibet, weichen.
Die Zeit ist, was ihr seid, und ihr seid, was die Zeit,
nur daß ihr wenger noch, als was die Zeit ist, seid.
Ach daß doch jene Zeit, die ohne Zeit ist, käme
und uns aus dieser Zeit in ihre Zeiten nähme,
und aus uns selbsten uns, daß wir gleich könten sein,
wie der itzt jener Zeit, die keine Zeit geht ein!

 

Paul Fleming (1609-1640)

 

Gefunden via SWR2 Alte Musik bei johannaschall.blogspot.de

Werbeanzeigen

Written by Östermann

23. Dezember 2014 at 20:36

Veröffentlicht in Nachhaltigkeit, Spiritualität

Tagged with ,

Traum und Wirklichkeit

leave a comment »

IMG_2482

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Den Traum träumen, der nicht blind macht, nicht stumm macht, nicht taub macht, sondern handlungsfähig (Wir haben einen Traum). Wie Träumende sollen wir sein, als Menschen füreinander (Im Jubel ernten, die mit Tränen säen). Seht ihr den Morgen (der in der Luft liegt?). Lasst uns Träume hüten.

Zitat gefunden im Newsletter Nr. 341 von entzuecklika

Written by Östermann

29. März 2014 at 13:53

Veröffentlicht in Spiritualität

Tagged with ,

Serendipity, Zufallsrauschen, Freiheit und Verantwortung

leave a comment »

Wird unser Leben von einem höheren Schicksal gelenkt? Oder vom Zufall? Wie können wir überhaupt verantwortlich sein für das, was uns widerfährt? Detlef Kühn sortiert die Gedanken dazu in einem Radiobeitrag für SWR2 Glauben, auch zum Nachlesen als Sendungsmanuskript verfügbar. 

In dem Film „Serendipity“ ist es die zufällige Begegnung von Jonathan und Sara, die die beiden mit dem Schicksal ringen lässt, sobald sie dem Zufälligen eine Bedeutung geben. Sie sind verliebt.

Der Münchner Psychologe Ernst Pöppel weist auf unsere beschränkte Wahrnehmung hin.

Es gibt keine Sinnessysteme für das Zufällige; ich kann den Zufall nicht erkennen, ich kann nur aufnehmen, was Bedeutung hat. Dies heißt, dass das Unvorhergesehene, das Zufällige, sofort aus der Welt des Beliebigen herausgenommen wird.

Der Philosoph Odo Marquard bringt es auf den Punkt:

Des Menschen Wirklichkeit ist überwiegend das Zufällige. Zufällig ist das, was auch anders sein kann. Aber wenn es anders sein kann, dann ist es häufig auch anders. Die zufällige Wirklichkeit umfasst Verschiedenes: Sie ist vielgestaltig, bunt. Diese Buntheit ist die menschliche Freiheitschance.

Wie wir in diesem „Zufallsrauschen“, wie der Wissenschaftsphilosoph Klaus Mainzer es nennt, aus den Möglichkeiten wählen, wie wir Kairos beim Schopfe packen, darin zeigt sich unsere Verantwortung.

Da fällt mir ein Text von Humberto Maturana und Pille Bunnell ein, in dem sich die beiden mit der Freiheit auseinandersetzen. Sie sehen die Freiheit und die Selbstverantwortung als zwei Seiten einer Medaille.

Wir sprechen von Freiheit, als ob es etwas mit momentanen Möglichkeiten zu tun hätte, aber Möglichkeiten sind nur insoweit Möglichkeiten, als sie von jemandem als solche erkannt werden. Sie sind nicht Möglichkeiten an sich. … Freiheit hat nichts mit Möglichkeiten zu tun, sondern damit, wie wir unsere Möglichkeiten in unserem Bewusstsein ausleben. Deshalb ist Freiheit eine Erfahrung, und es ist eine fundamentale Erfahrung.

Und weiter:

Freiheit ist die Erfahrung, für die eigene Verantwortung verantwortlich zu sein.

Wenn wir uns in unseren Situationen sehen lernen, können wir lernen, Verantwortung zu übernehmen. Das ist Freiheit!

Zitiert aus: Maturana, Humberto/Bunnell, Pille: Reflexion, Selbstverantwortung und Freiheit. Zeitschrift Lernende Organisation (LO) 63, Sept/Okt. 2011,  S. 23 ff.

Written by Östermann

16. Februar 2014 at 17:40

The word is never the thing. | J. Krishnamurti

leave a comment »

The word is never the thing.

The eagle in its flight does not leave a mark, only the scientist does. And in enquiring into this question of freedom there must be not only the scientific observation, but also the flight of the eagle that does not leave a mark at all; both are required; which is, both the verbal explanation and the non-verbal perception, bearing in mind that the description is never the described, the explanation is never that thing which is explained, that is the word is never the thing.

The Flight of the Eagle, London 2nd Public Talk 16th March 1969

Wir verwechseln ja immer wieder gerne die Landkarte mit der Landschaft. Jiddu Krishnamurti hat dafür ein schönes Bild gefunden.

Written by Östermann

16. Oktober 2010 at 11:42

Veröffentlicht in Spiritualität

Tagged with ,

%d Bloggern gefällt das: