Östermanns Blog

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Arbeiten bei Google – Reportage von Wolfgang Stuflesser bei SWR2 Geld Markt Meinung

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Bei Google arbeiten. Ein Traum für viele. Zwei Millionen Bewerbungen zählt Google jährlich. Ist Google das Vorbild für zeitgemäße Arbeitsbedingungen? Wolfgang Stuflesser hat sich für SWR2 Geld, Markt, Meinung in der Google-Zentrale umgeschaut. 

Ein Füllhorn voller „perks“. Kostenloser Kaffee und Kuchen, Gratisessen, Waschmaschine, Fahrräder auf dem Firmengelände, kostenlose Autowartung, Gratis-Strom für Elektroautos, ein Beachvolleyballplatz und dazu hohe Gehälter. Dafür erwartet Google hohes Engagement. Google sieht in den Mitarbeitenden das größte Kapital der Firma. 10.000 sind es in der Zentrale, 50.000 mittlerweile weltweit. Schließlich verfolgt Google ein hehres Unternehmensziel. „Die Informationen der Welt organisieren und sie universell zugänglich und nutzbar machen.“  

Google hat herausgefunden, dass die Menschen besonders innovativ sind, wenn sie Zeit miteinander in ungewohnter Umgebung verbringen. Deshalb sollen sie 20% ihrer Arbeitszeit, also einen Tag pro Woche, einem selbst gewählten Projekt widmen. Manche dieser „Nebenbei- und Hobby-Ideen“ haben erfolgreiche Produkte hervorgebracht, z.B. Google-Mail. 

Gegen Burn-out bietet Google viele Möglichkeiten, einen Gang zurückzuschalten. Zum Beispiel eine großzügige Urlaubsregelung, bis zu 5 Wochen. Fast so viel wie in Deutschland, wie eine Personalmanagerin stolz betont.

Google wendet das Unternehmensziel konsequent auf sich selber an. Es ordnet die Informationen und macht sie nutzbar. Google wird von Daten und Zahlen angetrieben. „Wir optimieren mit dem Ziel, dass Leute sich häufiger treffen und dass wir schnelle Wege haben“, meint ein Google-Manager. Bloß keine Zeit verlieren. Google optimiert die Kommunikationswege ständig. Schafft möglichst viele Orte, um spontan zusammenzuarbeiten. Deshalb das „Konferenz-Bike“, auf dem sieben Mitarbeiter radelnd an neuen Produkten feilen. Deshalb das kostenlose Essen. Die Mitarbeitenden sollen miteinander in Kontakt kommen. Google wirke immer noch wie ein studentisches Start-Up-Unternehmen, findet Stuflesser.

Google will „die gesündesten Mitarbeiter der Welt“. Google sorgt für das Wohlbefinden der Mitarbeitenden, die Mitarbeitenden sorgen für die Rendite. Ähnlich dem Geschäftsmodell, das die Firma den Kunden draußen anbietet. Für sie ist die Nutzung der Google-Angebote kostenlos. Sie zahlen mit der Preisgabe ihrer Daten. Stuflesser schließt: 

„Der Glaube an die Macht der Daten prägt die gesamte Firmenkultur. Könnte aber auch Googles größte Schwachstelle werden, wenn die Kunden der Schutz ihrer Daten wichtiger ist, als die tollen Dinge, die man damit anstellen kann. Dann funktioniert Googles Geschäftsmodell nicht mehr. Oder anders gesagt: Wer dem Koch nicht mehr traut, der wird das kostenlose Essen dankend ablehnen.“

Die Menschen bei Google mögen ihre Arbeitswelt paradiesisch finden. Nur, auch die besten Arbeitsbedingungen nützen auf Dauer nur, wenn die Grundwerte der Firma stimmen. 

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Written by Östermann

16. August 2014 um 14:01

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