Östermanns Blog

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Unternehmensmodelle im Wandel (2) – Ipsokratie

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Demokratische Strukturen in Unternehmen sieht auch das GDI in einer Studie zur „Zukunft der Führung“  auf dem Vormarsch. Jedoch grenzt sich die die Studie von populären  basisdemokratischen Vorstellungen, wie sie sich z.B. in der Direktwahl von Führungskräften zeigen, ab. Die Autoren gehen von einer anderen Spielart der Demokratie aus. Wenn es heutigen Entscheidern schwer falle, so schreibt Detlef Gürtler im GDI Impuls 2.2013, S. 98ff, sich vorzustellen, dass ihr Unternehmen besser dastehen könnte, wenn nicht sie selbst, sondern die Mitarbeiter die Entscheidungen treffen, liege das daran, dass sie an die repräsentative Demokratie dächten, wie wir sie als Herrschaft des Volkes kennen. Davon zu unterscheiden sei jedoch die Demokratie als Herrschaft der Bürger, wie sie vor zweieinhalb Jahrtausenden in Athen erfunden wurde. Das rein lokale, sehr bürgerzentrierte Demokratiekonzept der alten Griechen basiert auf kurzen Wegen, hoher Bindungskraft und direkter Sichtbarkeit des eigenen Tuns, auf individueller Verantwortung für das Gemeinwesen und auf Selbstverantwortung.

Diese Spielart der Demokratie passe für Unternehmen deutlich besser. Da ein Begriff dafür fehle, nennen sie die Autoren Ipsokratie. Das sei die Regierungsform, in der jeder sich selbst beherrscht.

Die Ipsokratie unterscheide sich von der Demokratie dadurch, dass sie weitgehend ohne das Repräsentationsprinzip auskomme. Das Volk wählt nicht seine Vertreter, jeder vertritt sich selbst.
Als Beispiel wählt die Studie den Ansatz „Resourceful Humans“, den Heiko Fischer bei einem großen Videospiele-Entwickler aufgebaut hat. Jeder einzelne Beschäftigte im Unternehmen entscheidet selber, was er tut. GDI Impuls (S. 101) zitiert ihn:

Wir brauchen interessierte Menschen, die Probleme eigenständig erkennen, sich Lösungen überlegen und experimentieren und eigenständig umsetzen und die dies aus innerem Drang tun und sich nicht auf Belohnungen von außen fokussieren.

Hier klingen die Mitarbeitenden als „Unternehmensbürger“ an, wie sie Thomas Sattelberger beschreibt.

 

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Written by Östermann

8. Juli 2014 um 07:04

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