Östermanns Blog

Medienwandel, Strategie, Unternehmensführung im Wandel, Komplexität, nächste Gesellschaft

Big Data – vom Datenrausch und der Ohnmacht vor der Maschine

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Das Video von Mario Sixtus für die nordrhein-westfälische Landesanstalt für Medien erklärt einfach und anschaulich, was hinter dem Zauberwort „Big Data“ steckt. Die Drohkulisse einer mutierten Überwachungsgesellschaft, die die „schauerlichsten Bilder vom gläsernen Menschen noch in den Schatten“ stelle, wirkt allerdings durch der freundlichen Stimme und der comic-ähnlichen Darstellung eher harmlos. Der Vergleich der Datenmengen lässt erahnen, dass es um Dimensionen geht, die der Mensch noch gar nicht erfassen kann. 

Das Wort vom Datenrausch scheint angebracht angesichts des überschäumenden Optimismus, mit der die Analysten zu Werke gehen. In seinem Bericht von der CeBit für faz.net fragt Morten Freidel:

Wer sind die Unternehmenschefs von morgen? Steven Tilston, Geschäftsführer vom Internetreisedienst Expedia, lässt daran keinen Zweifel: Es werden Datenanalysten sein.

Denn ihre Vorhersagen ermöglichen Entscheidungen von immenser wirtschaftlicher Tragweite. Kein Unternehmen wird darauf verzichten können, Marktchancen oder Geschäftsrisiken früher zu erkennen. Kein Verbraucher wird über kurz oder lang auf die Vorteile verzichten wollen, die ihm z.B. intelligentes Sharing verschafft. Wir leben im Rausch und in der Katerstimmung gleichzeitig.  erzeugt eine Ohnmacht vor der Maschine. Die Programmierer sind die einzigen, die die Kontrolle über den Computer behalten. Denn sie allein kennen die Algorithmen, nach denen der Computer die Datenmengen auswertet und seine Vorhersagen trifft. Sind sie also auch verantwortlich?

Das klingt sehr bedrohlich und wird uns sehr beschäftigen. Wir haben es mit einer gesellschaftlichen Revolution zu tun, die wir noch nicht recht verstehen. Wer nicht gerade im Datenrausch schwelgt, empfindet  eine bedrohliche Ohnmacht vor der Maschine. Mir scheint, die größte Gefahr geht von dem rasanten Tempo der technischen Entwicklung aus. Jetzt sind soziale Innovationen gefordert, wenn wir die Risiken meistern wollen. Wir brauchen eine breite Debatte über Datenschutz und Datensicherheit. Wir brauchen ein Verständnis für den Wandel von kausalem zu relationalem Denken. Die Gesellschaft lernt, aber sie lernt langsam.

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Written by Östermann

13. März 2014 um 20:47

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