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Content vs. Channel: Aufhören, vom Kanal her zu denken – Story Circle – #socialmedia

with 7 comments

In der Social-Media-Welt wächst die Einsicht, dass nicht mehr der Kanal Ausgangspunkt einer medialen Inszenierung sein kann. Das passgenaue Zusammenspiel der Elemente einer Botschaft bestimmt letztlich ihre Wirkung. An dessen Anfang steht die Story. Darauf weist der Social-Media-Berater Mirko Lange in einem interessanten Blog-Beitrag hin.

Der Story Circle, den er vorstellt, zeigt anschaulich, aus welcher Vielfalt an Variablen mediale Inszenierungen heute schöpfen können.

Mit diesem Vorgehen können Sie auch die schöne (aber völlig widersinnige) Idee von der “Reduktion der Kanäle” auf den Müll schmeißen. Das höre ich immer wieder. Das ist falsch. Das Gegenteil ist der Fall! Sie müssen nicht über weniger, sie müssen über mehr Kanäle kommunizieren. Zumindest dann, wenn es die Formate hergeben. Das Problem an der Kanaldenke ist, dass man für jeden einzelnen Kanal eigenen Content entwickeln will. Und muss – natürlich, wenn man vom Kanal her denkt. Wenn Sie aber vom Content her denken, dann entwickeln sie zuerst den Content – und wenn sie ihn schon mal haben, was spricht denn dagegen, wenn sie ihn über jeden möglichen Kanal verteilen. Ihnen muss doch geradezu daran gelegen sein.

Dem ist nichts hinzuzufügen. Oder vielleicht doch, um einem möglichen Missverständnis vorzubeugen. Es wäre ein Irrtum zu glauben, dass jeder Content 1:1 zu allen Kanälen passt. Die Social-Media-Plattformen bilden ihre eigenen Kulturen heraus. Facebook tickt nunmal anders als Twitter oder Google+. Die Eigenheiten der Kanäle sollte man schon kennen, auch wenn die Story im Mittelpunkt steht.

via wyrschpartner.wordpress.com

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Written by Östermann

21. Dezember 2013 um 10:49

7 Antworten

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  1. Ja, eine richtige und wichtige Ergänzung. Danke sehr 🙂

    Wobei das in der Praxis interessant wird. Sicher habe ich alleine schon durch die technischen Rahmenbedingungen Vorgaben bei den Kanälen: 140 Zeichen bei Twitter, Videos mit einem kaum sichtbaren Kommentarfeld bei YouTube, Texte ohne Formatierung bei Facebook, Texte mit Formatierung bei Google+….

    Diese technischen Rahmenbedingungen machen es notwendig, dass man den Content anders aufbereitet. Aber darüber hinaus? Was würdest Du sagen, wie man sonst noch – vor allem inhaltlich – seinen Content verändern soll?

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    Mirko Lange, talkabout

    22. Dezember 2013 at 07:34

    • Ein Punkt ist sicherlich die Sprache. Ich spiele meine Blog-Beiträge u.a. auch über Facebook, Twitter und LinkedIn aus – und zwar tatsächlich 1:1. Nach meinem Eindruck wirken die Beiträge auf Facebook eher etwas unpassend, besonders sprachlich, während sie in LinkedIn problemlos passen. Auch in Twitter passen sie zu dem Stil, wie ich Twitter nutze.

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      Östermann

      22. Dezember 2013 at 12:15

      • Okay, passt. Schon alleine das „Du“ oder „Sie“. Das kann sich ändern. Sonst noch was? Eiegentlich nicht, oder?

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        Mirko Lange, talkabout

        22. Dezember 2013 at 12:22

  2. Spannend. Vielleicht sind es wirklich nur die spezifischen Rahmenbedingungen der einzelnen Kanäle, die es zu beachten gilt. Sie sagen, das Problem beim Kanaldenken ist, dass man für jeden Kanal eigenen Content entwickeln will. Ihren Einwand verstehe ich so, dass in diesem Sinne mit Content nicht nur Stories und Themen gemeint sind, sondern auch Formate, die ja mit ganz unterschiedlichen Kommunikationsstilen verbunden werden können. Danke für den wertvollen Impuls.

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    Östermann

    22. Dezember 2013 at 16:40

    • Ja. So meine ich es. Mit „Formate“ meine ich auch „journalistische Formate“ wie Glosse, Bericht, Nachricht, Kommentar usw. Ich würde immer das geeignete Format zum Story-Thema-Protagonisten wählen. Daraus ergibt sich ein *Beitrag*. Und dann schaue ich, welcher Kanal zu diesem Beitrag passt.

      Denn der Beitrag muss cih doch nach dem richten, was ich sagen will und nicht was der Kanal verlangt. Sonst komme ich irgendwann dazu, „Katzenbilder“ zu posten, weil die eben auf Facbeook gut funktionieren. Aber was macht das denn für einen Sinn?

      Und ja, in einigen seltenen Fällen kann es vorkommen, dass ich einen Beitrag, also das was und wie ich es sagen will, noch einmal kanalspezifisch verändere. Also zu, Beispiel ein „Sie“ auf Xing oder LinkedIn (weil dort eher ein beruflicher Kontext herrscht und dort das Förmliche üblich ist) oder ein „Du“ auf… und hier wird es schon schwer. Auf SchülerVZ vielleicht. Aber die gibt es nicht mehr. Schon auf Facebook würde ich vorsichtig sein mit einem eindeutigen „Sie oder Du“. Das muss man da sehr individuell entscheiden.

      Ergo: Ich wüsste nicht wirklich, wo und wie mir der Kanal etwas für meinen Content vorgibt – also über „YouTube = Video“ oder „Pinterest = Bild“ hinaus. Ich bin da aber offen. Ich kann mich auch irren 🙂

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      Mirko Lange, talkabout

      22. Dezember 2013 at 18:31

  3. Finde die Darstellung sehr gut und hilfreich und sie kann in der Tat helfen, sehr vereinfachenden Argumenten zu begegnen.
    Was hingegen zu kurz kommt, ist die Frage, wie das Medium das Thema beeinflusst. „Interaktion ist Inhalt“ gilt für mich mehr denn je. Der Kanal ist nicht einfach Kanal; er beeinflusst, was er transportiert.

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    andreastapken

    23. Dezember 2013 at 13:16

    • Richtig. „Interaktion ist Inhalt“. Oder auch „Dialog ist Content“. Nur eben in einer anderen zeitlichen Dimension. Man muss schneller reagieren. Insofern stimmt es, dass es „in dieser Darstellung“ zu kurz kommt, die zeitliche Komponente. Und auch die Flexibilität, also dass man das dynamische Element bei der Auswahl und Gestaltung des Contents berücksichtigen muss. Aber mit gedacht ist sie schon. Nur würde die Darstellung dann leicht ganz komplex – aber ich muss noch mal nachdenken 🙂

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      Mirko Lange, talkabout

      23. Dezember 2013 at 13:25


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