Östermanns Blog

Medienwandel, Strategie, Unternehmensführung im Wandel, Komplexität, nächste Gesellschaft

Ein Dialog über Führung

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Ein Dialog kürzlich im Zug von Karlsruhe nach Stuttgart. Zwei Geschäftsleute im lauten Dialog über ein Projekt: „Ich fand es gut, dass X entschieden hat, den Y da rein zu schmeißen. Der macht einfach, ohne Rücksicht auf Verluste. Wenn der was will, da rennen die schon.”

Diese Sätze fallen, während ich in einem Aufsatz von Dirk Baecker über die doppelte Trägheit – die eigene und die der Organisation – lese:

„Während die eigenen Pläne schon längst den Kunden bezirzt, den Markt erobert, die Konkurrenten überrumpelt, die Mitarbeiter begeistert und die Lieferanten überzeugt haben, macht keiner richtig mit, entdeckt man die Mängel in der eigenen Vorbereitung, knicken die entscheidenden Ressourcen weg, erweist sich die zündende Idee als Chimäre. Macht nichts, denkt man sich, her mit dem nächsten Plan, schließlich feiern die Konkurrenten einen Erfolg nach dem anderen.

Erfolgreiche Unternehmer, das glaubt man zu wissen (Schumpeter 1912; aber siehe auch nahezu jede Äußerung von oder über Steve Jobs), reagieren anders. Sie werden zu pedantischen Laboranten ihres Misserfolgs. Sie knöpfen sich das Produkt, die Mitarbeiter, die Manager, die Lieferanten, die Investoren und die Kunden vor, bis sie selber und jeder andere das Versagen bis ins letzte Detail verstanden haben. Das ist eine Zumutung. Dafür muss man gebaut sein, sowohl um es praktizieren, aber auch um es aushalten zu können. Aber nur das schafft in den Verhältnissen die Verhältnisse, von denen man ausgehen kann.”

Baecker, Dirk: Interfaces: Eine Meditation über Trägheit und Widerstand. Postheroisches Management, Heft 10, S. 15

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Written by Östermann

23. November 2012 um 22:06

Veröffentlicht in Innovation, Leadership

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