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Fritz B. Simon in seiner Systemischen Kehrwoche über die scheinbar grenzenlose Gier der Banker – http://www.carl-auer.de/blog/simon/gier/

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Montag, 28. Dezember, 2009

Bislang war ich ja nicht der Meinung, dass Gier das primäre Problem unseres Wirtschaftssystems ist, sondern die (fehlenden) Regulierungen, die es gierigen Menschen nicht nur ermöglichen, ihre Gier zu leben, sondern sie sogar noch dazu ermutigen. Und eigentlich glaube ich immer noch nicht, dass man dieses Problem durch moralische Appelle lösen kann, sondern nur durch Regulierungen, die der Tatsache gerecht werden, dass das, was möglich ist, erfahrungsgemäß auch gemacht wird. Meine Empörung hat sich bislang also in Grenzen gehalten.

Jetzt aber habe ich in der New York Times gelesen, dass die großen Investmentbanken, namentlich Goldmann Sachs, JPMorgan und – last not least – die Deutsche Bank ihren Kunden durch Hypotheken lausiger Bonität gesicherte Wertpapiere verkauft haben und gleichzeitig durch Leerverkäufe darauf gewettet haben, dass diese ihren Wert verlieren. Leerverkäufe sind allerdings mehr als nur eine Wette auf den sinkenden Kurs solcher Papiere, denn sie wirken als selbsterfüllende Prophezeiung: Wenn mehr Papiere zum Verkauf angeboten als nachgefragt werden, fällt der Preis. Wer Papiere, die er gar nicht hat, für einem späteren Zeitpunkt verkauft, rechnet damit, dass er sie dann, wenn er sie liefern muss, zu einem billigeren Preis kaufen kann. Und dadurch, dass er sie leer (d.h. ohne sie zu haben) verkauft, steigert er die Erfolgswahrscheinlichkeit seiner Wette.

Seinen Kunden Papiere zu verkaufen und sie gleichzeitig auf eigene Rechnung leer zu verkaufen, ist für mich sittenwidrig (bzw. die Sitten sind inzwischen offenbar so weit verroht, dass dies nicht mal mehr als merkwürdig angesehen wird).

In der New York Times wurde dieses Vorgehen folgendermaßen charakterisiert: Es ist, als ob man auf das Haus eines anderen eine Feuersicherung zu seinen eigenen Gunsten abschließt und anschließend das Haus anzündet.

Das halte ich auch für unmoralisch und es empört mich. So etwas sollte nicht erlaubt sein. Am besten wäre es, wenn den Banken der Eigenhandel oder Leerverkäufe untersagt würden. Sie sollten sich nicht als Spekulanten betätigen dürfen.

Ehrliche Makler verdienen allerdings nicht so viel wie Spieler mit gezinkten Karten.

Auch ein kühler Geist wie Fritz B. Simon kann nicht mehr anders als Empörung zu empfinden angesichts des sittenfreien Verhaltens der Banker.

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Written by Östermann

31. Dezember 2009 um 11:27

Veröffentlicht in Wirtschaft

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