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changeX: Wissensarbeiter wissen gemeinsam

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Zum 100. Geburtstag von Peter Drucker würdigt Winfried W. Weber die herausragende Leistung dieses seit vielen Jahrzehnten prägenden Managementvordenkers.

Wenn Management nicht mehr heißt, in bürokratischen Strukturen heroisch zu planen, anzuweisen und zu kontrollieren, was ist dann Management? Peter F. Drucker, der heute 100 Jahre alt geworden wäre, hatte eine Antwort: Menschen in die Lage versetzen, als Gruppe Leistung zu erbringen. Sprich Wissensarbeit produktiv zu machen.

Wissensarbeiter wissen gemeinsam.

Was haben wir von Peter Drucker gelernt? Seine vielleicht wichtigste Idee wird heute immer mehr diskutiert. Unzählige Praktiker des Managements beschäftigen sich gegenwärtig vor allem mit der Frage, wie die Produktivität der „Wissensarbeiter“ erhöht werden kann. Den Begriff „Wissensarbeit“ hat Peter Drucker bereits vor 50 Jahren in seinem Buch Landmarks of Tomorrow eingeführt. Wissensarbeiter waren für ihn diejenigen Arbeiter, die nicht für ihre körperliche Arbeit und manuellen Fähigkeiten bezahlt werden, sondern für die Anwendung ihres erworbenen Wissens. Er ging schon damals davon aus, dass die Mehrzahl der Arbeitnehmer, selbst in der Fertigung, „are rather people doing knowledge work“. (1) Eine weitsichtige Prognose – heute üben in Deutschland mehr als zwei Drittel der Erwerbstätigen qualifizierte oder hoch qualifizierte Tätigkeiten aus und gehen damit überwiegend immaterieller Arbeit nach. Es ist klar, dass sich damit die Anforderungen an Management fundamental ändern.
Peter Druckers Vorschläge für Organisationen und Management zielen im Kern darauf, die Produktivität von Wissensarbeitern zu erhöhen, wobei er hinzufügt, dass es zwar auf den Einzelnen ankomme, aber Wissensarbeiter nur gemeinsam in Organisationen das Wissen zur Anwendung bringen können. „Wissen wird qua Definition spezialisierter. Angewandtes Wissen wird effektiver, wenn es spezialisiert ist. Und je spezialisierter es ist, umso effektiver wird es.“ (2) Für jeden von uns, ob Manager oder Wissensarbeiter, erwachsen daraus Chancen, aber auch ganz neue Fragen und Probleme. Jeder von uns wird es lernen müssen, anderen, die nicht dieselbe Wissensbasis haben, erklären zu können, worin die Bedeutung seines spezialisierten Wissens besteht. Wir werden verantwortlich dafür, dass unser Wissen einen Beitrag für die Organisation, ja sogar für die Gesellschaft liefert.
Wir kennen inzwischen die Ursache der Probleme vieler Organisationen, die Managementpraxis ist veraltet. Starres Festhalten am bestehenden Erfolg, zu viel Ratio, eine zu langweilige Sprache über Management, zu ritualisierte Formen, zu viel inkrementelle Innovation, zu wenig Leute mit Ecken und Kanten, zu viele gleich gestrickte Leute im oberen Führungskreis und nicht zuletzt ein eklatanter Mangel an unternehmerischer Innovation kennzeichnen eine verkrustete Managementpraxis in den Unternehmen.
Hinzu kommt – und damit sind wir wieder bei Drucker: Wir haben noch keine Antwort auf die Frage gefunden, wie man eine Organisation so gestaltet, dass Wissensarbeiter produktiver werden. In Druckers Buch Management, das 1973 erschien und soeben zu Druckers Centennial neu aufgelegt wurde, werden die entscheidenden Faktoren skizziert, wie Wissensarbeiter produktiver werden können. Erstens muss man sich zunächst fragen: „Was ist zu tun? Wie lautet die Aufgabe?“ Zweitens muss dem einzelnen Wissensarbeiter die Verantwortung für seine eigene Produktivität übertragen werden, er arbeitet autonom und muss sich selbst managen. Drittens muss jeder Wissensarbeiter die Verantwortung dafür übernehmen, dass sich seine Tätigkeit kontinuierlich erneuert – Innovation muss vom Wissensarbeiter kommen. Viertens erfordert Wissensarbeit, dass man nie aufhört zu lernen und sein Wissen in der Organisation weitergibt. Fünftens ist Produktivität bei Wissensarbeitern mehr eine Frage der Qualität und weniger eine Frage der Quantität. Nicht zuletzt setzt Produktivität bei Wissensarbeitern voraus, dass sie weniger als Kostenfaktor denn als Vermögenswert angesehen werden. Es setzt voraus, „dass der Wissensarbeiter die Arbeit für genau dieses eine Unternehmen allen anderen Tätigkeiten gegenüber vorzieht“. (3)

Der komplette Beitrag ist erhältlich bei changex.de oder bei Winfried W. Weber

Faszinierend, mit welcher Weitsicht Peter Drucker schon in den 50er Jahren gesellschaftliche Umbrüche und die Bedeutung eines menschlichen Miteinanders erkannt hat.

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Written by Östermann

7. Dezember 2009 um 21:29

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