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Hyperlinks untergraben Hierarchien – Cluetrain Manifest auf dem Prüfstand – brand eins 02/2012

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Das Cluetrain Manifest ist in die Jahre gekommen. Was ist aus heutiger Sicht dran an den Thesen von damals? Brandeins hat mit zwei Autoren, David Weinberge und Doc Searls, gesprochen. Wie schätzen sie z.B. die Zukunft hierarchischer Organisationen ein?

“Hyperlinks untergraben Hierarchien”

David Weinberger: Keine schlechte Hypothese. Natürlich geht die Debatte weiter, ob Technik an sich ausreicht, um menschliches Verhalten und menschliche Institutionen zu verändern. Ich glaube, wir haben noch gar nicht begriffen, welche subversiven Auswirkungen Hyperlinks auf traditionelle Hierarchien unserer westlichen Kultur haben.

Im Netz ist keine neue Art der Hierarchie entstanden, stattdessen existieren viele Topologien nebeneinander. Wir wissen heute dank Experten wie Clay Shirky oder Albert-László Barabási, dass Netzwerke in der Regel ein paar besonders gut verbundene Knotenpunkte besitzen. Sie haben also keine Hierarchien, sondern eine Struktur, in der einige Menschen mehr Einfluss haben als andere. Das ist eine wichtige Erkenntnis, denn so können auch kleine Details aus dem Untergrund zum Vorschein kommen, ohne dass sie jemand unter den Teppich kehren kann.

Doc Searls: Wenn ich eine These aus den ersten zehn auswählen sollte, dann diese. Sie ist der Grund, weshalb Hierarchen Hyperlinks ausradieren wollen – und alles, was an diesen Verbindungen zur Außenwelt hängt. Sie haben sogar mäßigen Erfolg gehabt. Ich habe zwei längere Beiträge zu diesem Thema auf meinem Blog veröffentlicht: “Be Careful About What You Call Dead” (http://hvrd.me/rwF1Gx) und “Broadband vs. Internet” (http://hvrd.me/sGlJwh)

Hierarchien wird es immer geben, selbst wenn sie vielerorts untergraben werden. Aber die Veränderungen in hierarchischen Organisationen und Unternehmen, von denen vor allem David Weinberger in seinen letzten drei Büchern spricht, sind unwiderlegbar und gehen ungebremst weiter.

Geschrieben von oestermann

19. Februar 2012 um 11:50

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Das Netz, der Gulag unserer Zeit – Interview der taz mit Bazon Brock

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Die Occupy-Bewegung ist wie die arabischen Volksaufstände von den neuen sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter geprägt worden. Sie haben das Internet einmal als “totalitär-faschistisches Weltlager der Zukunft” bezeichnet. Wie kommen Sie darauf?

Das Netz ist trotz dieser positiven Wirkungen der Gulag unserer Zeit.

Finden Sie?

Alle wissen alles über Sie, Ihre Daten werden lebenslang gespeichert, damit man Sie jederzeit in der Hand hat. Jedes Datum Ihrer Bewegungen, jedes Datum Ihres Austausches mit anderen Menschen, kann jederzeit von Machtinstitutionen kontrolliert und abgezogen werden. Wir werden es noch hinreichend erleben, wie durch so gewonnene Daten, die heute noch unter Terrorabwehr laufen, eines Tages unsere Demokratie aufgehoben wird. Die Erfahrungen mit der Staatssicherheit in der DDR und dem nationalsozialistischen Hitler-Regime lehren uns doch, wie schnell solche Daten missbräuchlich verwendet werden können.

Deutliche Worte!

Geschrieben von oestermann

18. Februar 2012 um 21:18

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Die Giganten gestalten das Internet ohne die Nutzer – Jan van Dijk auf der x-mess

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Es wird immer deutlicher, wie sich das Netz in eine Schieflage hinein entwickelt, wenn die Gegenbewegung ausbleibt. Der niederländische Soziologe Jan van Dijk, Universität Twente, hat die Entwicklung im November 2011 auf der x-mess in Berlin in aufrüttelnden Thesen auf den Punkt gebracht: 

Das Internet wird nicht von den Nutzern gestaltet, sondern von den mächtigen Intermediären wie Facebook, Google, Microsoft und Apple. Doch wer kontrolliert diese Giganten? 

Das Internet führt nicht zu mehr Demokratie und Gerechtigkeit. Vielmehr verstärkt die global vernetzte Gesellschaft die Ungleichheit auf allen Ebenen – zwischen Staaten ebenso wie zwischen Organisationen und Individuen. Immer weniger Firmen/Menschen werden immer größer/mächtiger (die »Knoten« im Netzwerk), während gleichzeitig immer mehr Firmen/Menschen immer unbe- deutender werden (der »Long Tail«). Die Mitte verschwindet – und damit der Kitt zwischen den beiden Polen.

Mehr dazu im Konferenzbericht der zfo

Geschrieben von oestermann

28. Januar 2012 um 16:38

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Personalarbeit nach der Apple-Logik – Christian Scholz in seinem Blog bei der FAZ-Community

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Wenn man sich mit dem Hunger nach Veränderungen der Personalarbeit befasst, stößt man zwangsläufig auf die Personalabteilung. Hier lässt sich auf jeden Fall ein gewisser Hunger lokalisieren, und zwar nach Titeln und Bezeichnungen. Nicht ohne Grund war die Einführung von so genannten „Business Partnern“ absoluter Renner von an der Grenze der Seriosität arbeitenden Unternehmensberatern: Ohne dass meist auch nur die kleinste inhaltliche Kleinigkeit geändert wurde, führte man phantasievolle Titel ein, deren Kreativität allenfalls noch durch „Senior Executive Strategic Managing Business Partner“ übertreffbar gewesen wären.

Um nicht falsch verstanden zu werden: Natürlich ist die eigentliche Grundlogik des hinter dem Business Partner-Konzept von Dave Ulrich eine sinnvolle Idee: Nur verlangt es Akteure, die sich nicht mit irgendwelchen Status-Placebos abspeisen lassen, sondern die wirklichen Hunger auf Veränderungen haben. Selbstredend muss es daher neben der Kompetenz als Befähigung („Können“) und der Kompetenz als Befugnis („ Dürfen“) auch ein Wollen geben, also eine Bereitschaft, sich auf Andersartigkeit und die wunderbar vielfältigen Chancen der Arbeitswelt einzustellen.

Christian Scholz zieht in seinem Blog eine Parallele zwischen den Prinzipien, die Apple zum Erfolg verholfen haben, und der Personalarbeit. Also “anders denken”, Perfektion, Einfachheit, Denken für die Kunden, “hungrig bleiben”. Das ist dann wohl eine Personalarbeit, die die spezifischen unternehmerischen Prinzipien auf sich selbst anwendet. Diese können freilich auch ganz andere sein.

Geschrieben von oestermann

18. Januar 2012 um 21:00

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Das Henne-Ei-Problem nachhaltiger Stadtentwicklung – Dieter Spath bei SWR2 Aula

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Man steigt morgens in sein Elektromobil, das man sich mit anderen teilt, und fährt zur Arbeit, währenddessen kann mit man seinem Smartphone noch Lebensmittel bestellen oder ausfindig machen, wo gerade der Sohn herumspaziert. Dann arbeitet man in einem fast vollständig digitalisierten Büro, das sich in einem absolut ökologisch effizienten Gebäude befindet.

So ungefähr stellt sich Dieter Spath vom Fraunhofer Institut für Arbeitswissenschaft und Organisation (FhG IAO) den Alltag in der Stadt der Zukunft vor. In einem Beitrag der SWR2 Aula vom 1.1.2012 schildert er, was derzeit getan wird, um die vielen Fragen auf dem Weg dorthin zu klären. Besonders das Henne-Ei-Problem hemme oft die weichenstellenden Investitionen. Jeder warte auf den anderen.  

Die Stadtoberen investieren nicht, weil sie nicht wissen, ob ihre Projekte auch genutzt werden, Industrieunternehmen entwickeln nicht, weil sie nicht wissen, ob der Markt für ihre Produkte kommen wird, die Infrastruktur wird nicht gebaut, weil man nicht weiß, ob sich die Industrie entwickelt und so geht dieses Spiel im Kreis herum. 

Die Wurzel dieses Übels liegt darin, dass wir es mit extrem unterschiedlich langen Lebenszyklen dieser einzelnen Elemente zu tun haben. Stadtstrukturen sind zum Teil über 100 Jahre alt. Wir können sie zurückverfolgen auf alten Fotos, sie haben schon zu Zeiten existiert, als unsere Großväter noch nicht gelebt haben. Während die Dinge, über die wir jetzt diskutieren: mobiles Internet, Mobilitätsdienstleistungen, Ladeinfrastrukturen, Elektromobilität und Ähnliches, kurzzyklische Dinge sind mit Produktlebenszyklen von wenigen Monaten bis wenigen Jahren.  

Wenn man Spath folgt, wird der Durchbruch nur gelingen, wenn Planung und Design neuer städtischer Umgebungen gemeinsam mit den Menschen vorangetrieben wird. Die Informationstechnik macht es möglich, bei der Bürgerkommunikation verstärkt mit Visualisierungen zu arbeiten. 

Der Beitrag steht bei SWR2 zum Nachhören oder zum Nachlesen bereit. 

Geschrieben von oestermann

3. Januar 2012 um 14:17

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Vaclav Havel: “… modern age has ended …” – zitiert von Otto Scharmer

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Havel hat die Rede am 4. Juli 1994 in Philadelphia gehalten. Nachzulesen unter http://www.worldtrans.org/

Geschrieben von oestermann

23. Dezember 2011 um 08:37

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Deadlines sind Gift für Kreativität – YouTube

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Gefunden beim K&S-Café

Geschrieben von oestermann

19. Dezember 2011 um 20:54

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Jedes größere Unternehmen wird zum Sender – Interview mit Gerd Leonhard – ConventionCamp 2011 #cch11

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“Wir werden in fünf Jahren nur noch auf mobilen Geräten im Netz unterwegs sein”, meinte der Zukunftsforscher Gerd Leonhard auf der ConventionCamp 2011. Print werde nur noch zweite Option sein, allein schon aus Kostengründen! Seine eindeutige Empfehlung an die Verlage: News vom Papier lösen.

Geschrieben von oestermann

3. Dezember 2011 um 11:56

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Netzwerkgesellschaft und Anpassungsträgheit – Peter Wippermann

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Die Arbeitswelt zeigt am deutlichsten die Entwicklung hin zur Netzwerkgesellschaft, so der Trendforscher Peter Wippermann im Radiointerview bei SWR1 Leute. Abzulesen an der zunehmenden Verschränkung von Privatzeit und Arbeitszeit, an mehr Eigeninitiative und Verantwortung für den Einzelnen und daran, dass die Menschen mehr an dem gemessen werden, was rauskommt. Und weiter: Die spontane Zusammenkunft, z.B. Smart Mobs, werde als Organisationsform nicht nur unsere Gesellschaft, sondern auch unsere Wirtschaft verändern. In der technologisch getriebenen Netzwerkgesellschaft könne man davon ausgehen, dass jeder zwei Identitäten habe, eine reale und eine aus Daten. Das Internet-Protokoll sehe 650 Billiarden Internet-Adressen pro Quadratmillimeter vor. “Wir müssen in der virtuellen Welt präsent sein, um Zugang zu Arbeitsplätzen, zu Wahlen, zu Gesundheitsleistungen zu haben.” Das Interview zum Nachhören gibt’s bei http://www.swr.de/swr1/bw/programm/leute/-/id=1895042/nid=1895042/did=8807014…

Beunruhigend, diese Aussichten. Wippermann weist aber auch darauf, dass erste Gegenbewegungen zu beobachten sind. Auch wenn kein Weg an der Netzwerkgesellschaft vorbei zu führen scheint, so ist auch klar, dass die Menschen gerade erst anfangen, Erfahrungen mit allgegenwärtigen Netz zu sammeln und es als Lebenswelt zu gestalten. Die Netztechnologie entwickelt sich eben schneller als die “anpassungsträge” Gesellschaft.

Geschrieben von oestermann

17. November 2011 um 20:59

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Chaos und Ordnung – zur Aktualität der Selbstorganisation – Zum 100 Geburtstag von Heinz von Foerster | Forschung und Gesellschaft | Deutschlandradio Kultur

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Was haben ein Ameisenstaat, das Finanzsystem oder gar die Evolution gemeinsam? Sie alle können als Selbstorganisationsphänomene betrachtet werden. Die Theorie der Selbstorganisation erfährt gerade heute in verschiedenen sozial- und medienwissenschaftlichen Disziplinen eine Art Comeback.

Deutschlandradio ehrt Heinz von Förster, der in diesen Tagen seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte, mit einem Beitrag hörenswerten Beitrag über die Selbstorganisation.

Geschrieben von oestermann

14. November 2011 um 21:25

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